Griechenland: in 10 Sätzen die Zusammenfassung des Problems und seiner Lösung

Attica 06-13 Athens 50 View from Philopappos - Acropolis Hill.jpg

Griechenland, in 10 Sätzen die Zusammenfassung des Problems und seiner Lösung. Prof Sinn hat gestern bei “hart aber fair” in wenigen Sätzen treffend erklärt warum der vorrübergehende Ausstieg Griechenlands aus dem Euro das Einzige ist, was den Griechen hilft.

Nach dem (erschummelten) Beitritt zur europäischen Union haben die Griechen genau dass gemacht, wogegen die wirtschaftlichen Beitrittskriterien schützen sollen. Der Staat hat im Zuge des Beitritts die von 25% auf 5% gesunkene Zinsrate in Form von Staatsanleihen genutzt, um sich billig auf Pump Geld zu besorgen. In einem Maß, das nicht im geringsten der Produktivität Griechenlands entspricht. Deutsche und französische staatlich gelenkte Banken haben das massiv unterstützt. Die mit diesen Mitteln staatlichen aufgelegten Programme in GR führten zu einem erhöhten Preisniveau und das wiederum zu erhöhten Löhnen. Die (an der volkswirtschaftlichen Produktivität gemessenen) überhöhten Löhne führten wiederum dazu, dass griechische Agrarprodukte (GR ist ein Tourismus- und Agrarstaat) nicht mehr wettbewerbsfähig waren und in Folge dessen kaufen die Griechen ihre Nahrungsmittel heute in ganz Europa ein statt sie selbst zu produzieren. Unter anderem Olivenöl in D’land. Für Touristen ist die Attraktivität Griechenlands als Urlaubsland aufgrund des gestiegenen Preisiveaus weniger attraktiv. Heute hat GR ein doppelt so hohes Lohnniveau wie Polen und nur ein Bruchteil dessen volkswirtschaftlicher Produktivität.

Das kann rechnerisch nicht funktionieren!

Zumindest nicht ohne dauerhafte Alimentierung Griechenlands. Ein Umstieg auf die Drachme würde Löhne des öffentlichen Sektors und in der Agrarwirtschaft wieder bezahlbar und konkurrenzfähig machen. Die Griechen würde Ihre Agrarwirtschaft wieder aufbauen können. Investoren würden ins Land strömen um bspw. günstig Immobilien und Grundbesitz zu kaufen und würden damit die Bauwirtschaft wieder kräftig ankurbeln. Das korrupte und ineffiziente Gemeinwesen muss reorganisiert werden, die Austeritätsprinzipien müssen endlich angewendet werden. Und im Gegenzug ja: Die bis dato angehäuften Schulden müssten radikal zusammengestrichen werden, um Griechenland die Starthilfe zu geben die es benötigt. Das ist hart, auch für Deutschland – aber leider notwendig.

Eins ist aber auch sicher, ohne öffentlichen Druck wird die Bundesregierung weiter Geld in ein Fass ohne Boden pumpen, ohne den Griechen auch nur im geringsten zu helfen.

Foto: „Attica 06-13 Athens 50 View from Philopappos – Acropolis Hill“ von A.Savin. CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

This entry was posted in Politk. Bookmark the permalink.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>